Diaspora Gespräche über Mental Health, Visionen und Widerstand
Zehn Menschen mit Antisemitismus- und Rassismuserfahrungen erzählen von ihren Wegen durch psychische Krisen und therapeutische Hilfsysteme und fragen sich: Was wäre, wenn Selbstfürsorge zur kollektiven Sorge wird? Ein illustriertes Buch über Widerstand, Verbundenheiten und Resilienz – kraftvoll, nachdenklich, zartkomisch.
Zehn Menschen aus Berlin – zehn Lebensentwürfe der Diaspora – zehn Gespräche: über psychische Krisen und Diagnosen; über gesellschaftliche Diskriminierung und kapitalistische Zumutungen; über das Ringen in einem Gesundheitssystem, das geprägt ist von kulturellen Normen und strukturellen Ausschlüssen – und über Kraftquellen, Aktivismus und Widerstand. In Mosaik der Resilienzen verbinden sich persönliche Geschichten mit gesellschaftspolitischen Reflexionen über psychische Belastungen, Lebensbrüche und Traumata. Was daraus erwächst, sind Visionen einer Gesellschaft, in der mentales und körperliches Wohlbefinden nicht im Privaten bleibt, sondern kollektive Sorge wird. Zu Gesprächsmontagen arrangiert, von Illustrationen begleitet und ergänzt mit poetischen und aktivistischen Textfragmenten, entfalten sich die Stimmen der Erzähler*innen zu einem mehrstimmigen, ver_rückendem Nachdenken über Mental Health, Resilienz, und über Möglichkeiten von Selbstsorge jenseits neoliberaler Selbstoptimierung.
Die meisten der Texte sind auf Deutsch, schätzungsweise ein Fünftel auf Englisch.
Über die Herausgebenden: Wir sind eine Gruppe von vier Herausgebenden, die z.T. schon 2015 den ersten und alle den zweiten Gegendiagnose-Band 2019 gemeinsam herausgegeben haben. Wir sind zum Teil selbst psychiatrisch oder psychologisch diagnostiziert und_oder als Allies aktiv. Uns ist wichtig,
diverse, aber kritische, Perspektiven auf Psychologie und Psychiatrie zu stärken und miteinander in Austausch zu bringen. Ganz besonders möchten wir dabei die Betroffenenperspektive unterstützen. Neben der Gegendiagnose möchten wir in Zukunft weitere Publikationen zum Themenspektrum Antipsychiatrie, Psychiatriekritik und Politiken mentaler Gesundheit unter dem Label „get well soon“ veröffentlichen.